»Ja,« meinte sie im gemütlichen Ton – aber um ihren großen Mund ging ein besonderes Lächeln. »Der eine, der mich vielleicht hätte reizen können – der ist ja hors de concours ...«

Und ihre Augen sprühten Funken – zu ihm hinüber. – Daß sie ihn meinte, war zu fühlen.

Er sah sie an, lächelnd – vielsagend – sie konnte nach Belieben alle Huldigungen daraus lesen, die ihr Bedürfnis waren.

Und eigentlich regte sich in ihm die Begier, diesem lüsternen Mädchen, das mit all seiner Häßlichkeit höchst lockend war, einen ausführlichen Kuß auf den animalischen Mund zu pressen. – Aber das ging natürlich nicht an ...

Sie machte ihm aber Spaß – in ihrem Gemisch von praktischem Verstand und keckster Herausforderung.

Seine Stellung zur Frau war nun einmal so. Er mochte mit pikanten Worten umworben werden; es unterhielt ihn, wenn sich ein weibliches Wesen um ihn bemühte. Das war ihm ein Bedürfnis geworden, von seinen Anfängen her, wo er als schöner, reicher Jüngling in allzufröhliche Kreise geraten war.

Von Klara durfte er natürlich solch Umwerben und irgend ein kokettes Spiel im Wechsel von Lockungen und Versagen nicht erwarten.

In der Ehe war überhaupt alles anders. »Ehe« – die hatte so wenig mit dem übrigen Mannesempfinden zu tun wie etwa die Arbeit auf dem Werk.

Eine Sache gänzlich für sich – –

Und nach all dem bekömmlichen Gleichmaß seines letzten Lebensjahres fühlte er immer öfter so etwas wie eine leise Sehnsucht nach stärkerer Bewegung in sich aufsteigen ...