Die Stille zwischen den beiden wurde ein wenig schwül. Zum Glück zerriß der Pfiff des Motorboots sie.

Es lenkte, mit der geschleppten Jacht hinter sich, aus der durch die roten und schwarzen Duc d’Alben bezeichneten Fahrstraße ein wenig in das Wyk hinein und ließ unaufhörlich gelle Pfiffe in die Sommerluft hineinsausen. Sie sollten der Herrin des weißen Schlößchens, das aus dem Grün des hohen Ufers lachend herausschaute, melden: Die »Klara« ist zur Stelle und erwartet ihre Gäste.

»Ach – wie pünktlich!« rief Edith, »sehen Sie – die Baronin muß schon im Bootshaus gewartet haben.«

Vom Ufer unterhalb Schloß Lammen löste sich ein Ruderboot. Mit starken Schlägen trieb es der als Theatermatrose gekleidete Knecht in rascher Fahrt heran.

Edith, die genau wußte, daß sie das Feuerwerk ihrer kecken Blicke und Reden nur unter vier Augen gegen eine Männerbrust abbrennen konnte, fand für ihr Bedürfnis, sich geistig zu betätigen, nun ein unverfängliches Ziel.

Sie fand üppige Frauen gräßlich und nannte alle, die über eine gewisse Schmächtigkeit hinaus rundere Linien zeigten, sofort »dick«.

»Passen Sie auf! Es ist kein kleiner Anblick. – Agathe Hegemeister im Futteral eines Sportkleides – sie hat keine Ahnung von ihrer Fülle. Keine Spur von Selbstkritik.«

»Da bin ich nun anderer Ansicht,« sagte Wynfried eifrig. »Baronin Agathe ist von allen Damen unseres Kreises am ausgesuchtesten und kleidsamsten angezogen. Und ihre leise Fülle ist wundervoll – noch nicht mal Rubens ...«

»Ja,« sprach Edith geringschätzig, »Männer haben eben einen total anderen Geschmack als wir ...«

Agathe schwang im herannahenden Boot einen weißen Chiffonschleier.