An das feierliche Lebewohl durfte sich nicht das Nachspiel alltäglicher Begegnungen voll Heuchelei hängen.

Sie sprach, ein wenig stockend: »Und ich wollte dich gerade um Entschuldigung bitten – ich war so lange nicht bei Agathe – ich wollte sie heute am späteren Nachmittag besuchen – wenn sie mich dann zum Abendbrot –«

»Aber Kind! Warum so verlegen, weil du mal einen kleinen eigenen Plan hast! Wenn dich die Gewitterluft nicht stört – ich fürchte, es gibt noch was – wie sticht die Sonne! – Im Grunde ist es vielleicht ganz gut, daß ich Marning allein habe. – Möchte viel mit ihm reden reden – Wichtiges.«

»Du?!« fragte sie. »Du – mit ihm?«

Sie saß ganz befangen und verwirrt auf ihrem Stuhl da – die Hände um ihr Knie gefaltet, vorgebeugt – und dachte immer: »Es ist doch schwer. – Das muß ich lernen –«

Gleichgültig von ihm sprechen. –

»Ja, mein Kind, was wirst du sagen: ich will ihn auffordern, ganz zu uns zu kommen!«

Sie fuhr in die Höhe – stand leichenblaß da – ein Laut brach von ihren Lippen – fast ein leiser Schrei.

Das kam zu jäh – darauf hatte sich ihr Herz nicht rüsten, sich nicht vorweg mit Haltung umpanzern können.

Und der alte Mann sah sie an – in einem tiefen Erstaunen, das in eine langsam heraufdämmernde Angst überging.