Und zwischendurch sah er unruhig nach dem Fenster, denn der Regen nahm den heftigsten Charakter an und strich schräg und dicht hernieder. Und er sagte, daß es seiner Tochter beigekommen sei, in diesem Wetter auszufahren.

Ihm entging nicht das Aufblitzen in dem Auge des jungen Mannes.

Stephan dachte: ich habe es gewußt!

Und dann erlaubte er sich, daran zu erinnern, daß er in wichtiger Sache hergerufen sei.

Der alte Herr legte seine Hände auf die breiten Armlehnen und richtete seinen Kopf gerade auf. Wenn er in dieser Herrscherhaltung zu den tiefer vor ihm Sitzenden herab sprach und sah, hatte er immer etwas von einem Richter und Regenten, dessen Willen schwer zu entrinnen sei.

Auch Stephan wurde von dem Gefühl bedrückt, daß jetzt ein Reiferer und Größerer ihn gleichsam in die Hand nehmen wolle – um mit ihm nach Befund und Gefallen zu verfahren.

Und daß diese Augen bis auf den Grund seines Herzens sehen würden ...

»Ich meine, lieber Marning, es kann Ihnen nicht entgangen sein, daß ich herzlich Teil an Ihnen nehme.«

Stephan verneigte sich im Sitzen.

»Es ist mir nicht entgangen, Herr Geheimrat,« sprach er. »Schon bei den gelegentlichen Begegnungen im Hause meiner Verwandten fühlte ich mich durch die Aufmerksamkeit geehrt, die Sie mir schenkten. Und die gütige Aufnahme, die ich hier gefunden habe, empfinde ich mit Stolz und Dank.«