Der Diener meinte, nähere Auskunft geben zu müssen. Förmlich vertröstend setzte er hinzu: »Wahrscheinlich nur auf einige Tage. Ich habe nicht genau verstanden, ob nach Hamburg oder nach Hannover.«

»Nun, ich spreche ein andermal wieder vor.«

Sie hatte sich entschlossen: sie wollte noch nach Pankow. Das dicke Ehepaar würde sich vielleicht wundern. – Gleichgültig. – Und so brauste denn das Auto weiter ins Land hinaus, vom Regen begossen, mit dem kleinen Schweif von Rauch hinter sich. – –

In seinem Riesensessel thronend erwartete unterdessen der alte Herr seinen Besuch. Nicht mit dem freien, wohlwollenden Gefühl des väterlichen Freundes, der einem ihm sympathischen und von ihm hochgeachteten jungen Mann eine Lebenswendung zum Unabhängigen anbieten will. In dieser Stimmung hatte er ihn herberufen. Sie war zerstört. Unruhe und Wachsamkeit war an ihre Stelle getreten. Voller Spannung, von nervöser Ungeduld durchzittert fragte er sich: »Wird Marning ebenso erschrecken wie Klara?«

Und wenn das geschah, dann mußte er die Gründe erfahren – er mußte!

Das Herrische in ihm verband sich mit der heißen Liebe zu seiner Tochter.

Er ertrug keine Unklarheiten vor ihrem Bilde. –

Mit der Pünktlichkeit, die der Geheimrat erwartet hatte, wurde ihm der Freiherr von Marning gemeldet.

»Wie farblos und wie ernst er aussieht,« dachte er.

Aber da war ja erst allerlei anderes zu besprechen; der Geheimrat wußte schon: Likowski hatte den linken Unterschenkel gebrochen. Und er sprach lebhaft davon, wie dem Manne zumute sein müsse, in einem Augenblick so jämmerlich als Opfer eines schikanösen Unfalls festgebunden zu liegen, wo die Kriegsstimmung durch Deutschland fieberte.