Und Klara fuhr im Regen. Er sprühte herein und sprengte Tropfen auf ihr hellgraues Kleid. Sie beachtete es nicht. Sie hätte die schwüle Luft in geschlossener Karosserie nicht ertragen.
Zum erstenmal empfand sie die Schnelligkeit des Fahrens als Wohltat für die Nerven.
Über die Hochbrücke glitt mit dumpfen Schüttern das Auto. Blitzschnell huschte das Bild des Flusses am Auge vorbei, und eine Sekunde haftete das blaugraue Band, auf dem eine Schlange dahinkroch, deren Kopf rauchte: ein Schleppdampfer mit mehreren langen, bedeckten Lastkähnen hinter sich drein; und der Regen, der sich darauf herniederstürzte.
Die Landschaft flog vorüber. Und diese Flucht der Dinge nötigte der Seele Ruhe auf. –
Klaras Auto bog von der Landstraße ab und in die noch junge Allee hinein, die zwischen jetzt tropfenden Ebereschen bis an das Portal von Lammen führte.
Aber als man vor diesem stattlichen Portal hielt, öffnete es sich nicht. Niemand eilte dienstbeflissen herzu. Klara saß und wartete, ihr Chauffeur ließ die Hupe wiederholt rufen.
Endlich zeigte sich im Fenster einer der sonst Blausilbernen in gestreifter Leinenjacke. Als er erkannte, wer im Auto saß, kam er herausgerannt.
Frau Baronin würden gewiß sehr bedauern. Die Damen seien heute vormittag abgereist.
Klara sagte: »Abgereist?«
Das klang fragend und erstaunt – während sie nur dachte: nun komme ich zu früh zurück.