Er erkannte längst: von äußerem Glanz war sie so unabhängig, wie es ihre Mutter gewesen.

Und er fühlte, daß die teure Tote weinen würde über das Geschick der Tochter ...

Gut machen! Das war seine Pflicht! Aber wie denn? Noch einmal Schicksal spielen?

Klara sagen: wenn du einen anderen Mann liebst – sei frei!

Aber das war ja ganz unmöglich!

Er dachte an seinen Sohn – an den anderen Mann.

Die bitteren Vergleiche taten ihm nicht wohl! Er wußte klar: sein Sohn war von der Art seiner Mutter. Begabt, schön, beweglichen Verstandes – ohne Tiefe des Herzens und ohne Zuverlässigkeit. Genußfreudig.

Und er sah den anderen stolzen Mann vor sich, der still und aufrecht seinen entsagungsvollen Weg ging.

Ja – dieser wäre Klaras würdiger gewesen ...

Und wie verschwiegen und tapfer und schuldlos sie litten!