Hatte das Schicksal so wenig Erfindungsgeist?

Warum mußte es diesen beiden herrlichen jungen Menschen dieselben Leiden aufbürden, die er und eine heilige Tote einst getragen?

Aber war denn an diesem Leid wirklich nur jene unbekannte Macht schuld, die man so unbestimmt und sich selbst entlastend gern »das Schicksal« nennt?

Waren es nicht vielmehr seine eigenen Hände gewesen, die alles so geschoben hatten? In herrischer Selbstsucht!

Voll harter Aufrichtigkeit gegen sich gestand er sich das ein!

Den Sohn hatte er retten wollen, sich selbst die holdeste Tochter gewinnen.

Er täuschte sich nur zu rasch und freudig vor, daß sie für seinen Sohn Neigung habe.

Er genoß es als Glück, ihr Sorglosigkeit und ansehnliche Stellung darbringen zu können.

Er glaubte der Geliebten noch über das Grab hinaus Treue zu beweisen, indem er ihre Tochter in sein Haus zwang.

Und nun wußte er: Klara konnte seinen Sohn nie geliebt haben – denn sie war nicht veränderlichen und leicht entflammten Herzens.