»Nichts. O Gott. Nichts Bestimmtes,« brachte sie heraus, »nur – die Leute – es heißt – er sei sehr viel – sehr – mit der Baronin Hegemeister zusammen.«
Er lachte auf. Es blieb ihr verborgen, wem dies zornige Auflachen galt ...
Aber die nächste Zeit schien nun gerade beweisen zu wollen, daß alle Sorgen und alles Geschwätz müßig seien.
Die Reisen Wynfrieds wurden seltener. Das schien erklärlich. Das Absegeln der verschiedenen Jachtklubs hatte schon gegen Ende September stattgefunden. Wynfried hatte seine »Klara« erst drei Wochen später auf einer Hamburger Werft in Winterquartier gegeben.
Aber mit dem Freundeskreis, den er sich in Hamburg in Seglerkreisen, unter Mitgliedern des Norddeutschen Regattavereins gebildet, wolle er doch Fühlung behalten, sagte er. – Wie klar alles ...
Täuschte ihn sein Vaterauge? Spiegelten ihm seine uneingestandenen Hoffnungen, daß dennoch alles gut enden möge, etwas vor? Schien Wynfried nicht aus seiner freundlichen Liebenswürdigkeit heraus in neue, andere Stimmungen zu kommen? Verfolgte sein Blick nicht manchmal in besonderer Aufmerksamkeit die Gestalt seiner Frau, wenn sie in ihrer anmutsvollen Ruhe, schlank und vornehm dahinschritt? –
Und an Klaras Geburtstag sah er: es war keine Täuschung. Er war der Zeuge ... wie sollte die Gegenwart eines Vaters, der seine Schwiegertochter anbetet, den jungen Gatten stören – er sah es: Wynfried befestigte selbst eine kostbare Brillantnadel, die er seiner Frau geschenkt, am Ausschnitt ihres Kleides, und seine Blicke suchten zärtlich, werbend ihre Augen. Klara erglühte ...
Und in dem alten Herrn regte sich all das Feinste und Vornehmste, was in ihm war. Anstatt sich zu freuen, klopfte sein Herz ihm hastig – sein keusches Mannesempfinden war verletzt.
Auch Klara erbebte.
Seit ihre Seele wußte, was lieben, leiden und entsagen ist, war sie erwacht.