Nun hatte die junge Frau sich ganz gefaßt.
»Gerade deswegen ist unsere Ehe unlöslich,« sprach sie.
»Klara ...«
»Sie war kein Handel, der rückgängig gemacht werden kann, denn ich habe mich nicht verkauft.«
»Klara ...«
»Sie war kein Liebeswahn, aus dem man erwacht. Wir wußten, was wir taten.«
»Klara!« Nun schrie es die andere Frau – flehend, jammernd.
»Wir haben uns die Hände gereicht zur Erfüllung sittlicher Pflichten. Diese bestehen fort. Sie haben sich noch vermehrt. Wir haben einen Sohn.«
Sie stand auf. Und der anderen war, als müsse sie sich zu ihren Füßen hinwinden – irgend etwas schrecklich Demütiges tun. Aber sie kämpfte doch um ihr Recht! Und sie hatte es in den letzten Wochen mit Beben gespürt, daß der geliebte Mann lauer wurde. Und gerade jetzt! Nein, ihr Leben war wirklich vernichtet – ihre Zukunft verdorben, wenn er sie verließ.
Und ihre Demut schlug in das Gegenteil um.