»O nein,« sagte sie leichthin, »es geht mir wieder gut. Hoffentlich hast du dich nicht erschreckt. Du weißt ja: ›Der Frauen Zustand ist beklagenswert‹ – Wir sind ein jämmerliches Geschlecht.«

»Heldin!« dachte er.

Er wußte noch nicht: sollte er mit ihr sprechen – mit ihr schweigen. –

Aber nun mußten erst die großen Greisenhände die winzigen Fäustchen nehmen, denn der kleine Regent sollte bald in sein Nachtröckchen gesteckt werden. Und da erschien auch schon die Amme in ihrer schwarzbunten Tracht und wollte ihn wieder hinab holen in sein Kinderstubenreich.

»Schlafe mein Kerlchen. Stör deine Mutter nicht. Sie ist für dich und mich alles – sie darf uns nicht krank werden. – Schlaf fest.«

»Dei – dei – dei,« klöhnte das Kind, als wolle es sehr Vernünftiges versprechen.

Die Amme ging mit ihm davon, hinter ihr schlossen sich die breiten Türen, durch die der Lichtstrom hereingekommen war.

»Du sitzest im Dunkeln?« fragte Klara.

Sie hockte sich auf den niedrigen Stuhl neben den thronartigen Sitz des Vaters hin – da wo so recht eigentlich ihr Platz war.

»Ich habe mich mit ›Severin Lohmann‹ unterhalten,« sprach der Alte, »es hatte mir viel zu sagen ...«