Er war furchtbar anzusehen.

Und endlich, endlich sprach er laut und fest. »Er ist tot!«

So sprach das Schicksal selber – ehern – ergeben – furchtgebietend.

»Nein – nein. – Er lebt – er kann – er wird weiterleben –«

Da sank das schwere Haupt zurück. – Die Augen schlossen sich – und ein wunderbares Lächeln – geheimnisvoll – unbegreiflich, irrte um die Lippen. – Und unter den geschlossenen Lidern heraus perlte langsam eine Träne und rann über die bleiche Wange.

Stephan wandte sich ab. Ergriffen und scheu.

Was jetzt im Herzen des alten Mannes vorging, wußte Gott allein.

Sprach dennoch die unergründliche Stimme der Natur, die verstummt gewesen war? ... Reckte sich das ganz einfache Gefühl empor? – Rauschte das Blut – das Blut, das auch in seines Sohnes Adern rann, ihm zu: Gottlob nicht tot? ... Tiefste Rätsel. –

»Was wissen wir von uns selbst!« fühlte der Alte.

Stephan stand Minuten und sah in den matten, sturmgepeitschten Sonnenschein hinaus und wagte nicht, sich umzuwenden.