»Ernstes. Ja.«

»Sagen Sie’s nur schlankweg. Man bildet sich immer ein, vor uns Alten und Brüchigen dürfe man das Wort ›Tod‹ nicht laut aussprechen. Ich bin kein Feigling. Wenn Altersgenossen weggeholt werden, zittere ich nicht gleich, weil’s mich doch auch mal treffen muß. Bin seit zwei Jahren an eine gewisse Nachbarschaft gewöhnt. Ist Ihr Onkel, mein verehrter Freund, gestorben? Ein schmerzlicher Verlust wär’s.«

»Nein, Herr Geheimrat. Ich habe Ihnen von Likowski Nachrichten zu bringen.«

»Wa – was ...? Unser prachtvoller Hauptmann? Aber das ist ja unmöglich –«

Wie sonderbar seine Gedanken die eine Fährte verfolgten – die des Todes.

»Likowski befindet sich wohl – er wird in zwei, drei Tagen zurück sein – er wäre schon heute eingetroffen – aber er hat ... auch mußte er sich beim Oberst melden.«

»Nun also – was ist mit ihm los. – Nehmen Sie’s mir nicht übel, lieber Marning – aber Sie verstehen sich drauf, einen ungeduldig zu machen.«

»Verzeihen Sie,« sprach der jüngere Mann halblaut, »ich bin ungeschickt. – Mein Amt ist schwer. – Likowski hat ein Duell gehabt – mit – mit Ihrem Herrn Sohn.«

Der alte Mann fuhr auf – blieb erstarrt – sah den andern an – mit offenem Munde.

Langsam wich jede Farbe aus seinem Gesicht.