Dies war die erste Stunde ohne Qual und ohne Leere, die er seit vielen Monaten gehabt hatte.
Er reichte ihr die Hand zum Abschied. Irgend etwas trieb ihn, ihr besondere Wärme zu zeigen – aus Dankbarkeit, weil sie eben keine besondere Wärme zu beanspruchen schien; deshalb nahm er ihre Hand zwischen seine beiden Hände.
Dabei schob sich die goldene Kette vor, die um sein linkes Handgelenk geschmiedet war ...
Klara sah sie – zufällig war sie ihr noch nicht aufgefallen – sie sah unwillkürlich genau hin.
Da zog er hastig die Hand zurück – es war ihm unangenehm, daß ihr sein Armband so offenbar auffiel.
»Also in einer Stunde.«
Klara stand und sah noch auf die Tür, die sich hinter ihm geschlossen hatte.
»Es wird – es soll gut gehen!« sagte sie sich fest.
Nun also zur alten Frau – ihrer Überraschung, Rührung, Neugier, aber auch ihren verzeihlichen kleinen Naivitäten und ahnungslosen Plumpheiten standhalten ...
Die Tür von Klaras Zimmer nach den beiden Vorderzimmern war durch einen großen Schrank verstellt, um der für die Schulpflichten Arbeitenden mehr Ungestörtheit zu sichern. Klara mußte also über den Flur.