»Sie haben da ja neulich gegessen,« fragte Agathe, »was für ’n Eindruck machte das Paar denn? Und die ganze Sache?«
Marning war es nicht angenehm, von diesem Mittag zu sprechen.
»Ich war der Gast des alten Herrn, der zu meinen Verwandten vieljährige, nahe Beziehungen hat; sie empfahlen mich sehr warm an ihn. Er war mehrere Monate zu leidend, mich einzuladen. Dann kam die Verlobung und die rasche Heirat – das war auch keine Zeit, in der man Gäste bittet. Kaum aber war das Ehepaar von der Hochzeitsreise zurück, da lud der Geheimrat mich am ersten Sonntag zu Tisch. Und weil der alte Herr und das junge Paar zusammen einen Hausstand führen, war das Essen gemeinschaftlich.«
Er machte eine ganz kurze Pause und fuhr dann in einem kühleren Ton fort: »Die überragende Persönlichkeit des Geheimrats nahm so völlig all mein Interesse in Anspruch, daß ich mit den jungen Herrschaften mich nicht eingehend genug unterhalten habe, um irgend ein Urteil abgeben zu können.«
»Ich hab’ immer das Gefühl, daß Sie zu schroff über dieses Paar denken,« meinte Likowski.
»Es geht mich so wenig an, daß ich gar nichts darüber denke,« sagte er kalt.
»Fabelhaft der alte Herr! Ist es wahr, daß er den Gebrauch der linken Hand wieder erlangt hat?«
»Ja. Nur das linke Bein ist noch sehr lahm. Aber sein Geist, seine Stimmung ist von einer Frische ...« erzählte Marning.
»Die Freude! Das Glück! Er soll seine Schwiegertochter vergöttern!«
»Ach, Likowski, Sie haben immer ’n Faible für das Mädchen gehabt,« neckte Agathe.