Aber freilich: auch nichts von Unfrieden, feindseliger Kälte, gelangweilter Höflichkeit ...
Ihm schien: freundlich und herzlich war die junge Frau gewesen. – Er auch, der junge Ehemann auch.
Nach krassem Unglück sah das nicht aus. Und der alte Herr sprach davon, wie seine letzten Jahre nun gesegnet seien, und nahm zärtlich die Hand der Schwiegertochter ...
Und welche Ergebenheit, welche liebevolle Art hatte sie – wenn sie den alten Herrn bediente ...
»Was geht das alles mich an? ...«
Er stieg langsam wieder hinauf, durch die noch so wenig imposante Anpflanzung.
»Ein junges Stückchen Wald – halbwüchsiges Baumgedränge hat keine Schönheit,« dachte er. »Merkwürdig ... wie bei manchen Menschen und manchen Schicksalen: sie brauchen Reife, um ihre Schönheit zu offenbaren.«
Oben glühte die Nachmittagssonne. Er ging zwischen Wänden von weißen, quadratisch geordneten Holzstäben hin. Sie waren anmutig berankt und durchflochten von allerlei Kletterpflanzen, die er nicht kannte. Wie ein Korridor war dieser Weg, und er endete an der fernsten Seitengrenze des Gartens in einem Rundell.
Dies war umgeben von dicht übersponnenen Gitterwänden; der noch blühende rote Crimson rambler bedeckte sie ganz. Vor ihnen, in gefälligen Abständen voneinander, bildeten schneeweiße Bänke einen Kreis. In der Mitte trug ein Beet eine gedrängte Fülle von niederen Rosenbüschen; in allen Farben blühten sie jetzt zum zweitenmal.
Stephan setzte sich. Er fühlte sich von einer unbegreiflichen Traurigkeit übernommen. Er dachte: »Was tue ich hier eigentlich?« Und sagte sich dann: »Nun, man muß gesellig sein – das Leben, der Stand bringen das so mit sich – –«