Und woher und warum so niedergeschlagen – fast mutlos und überdrüssig?

Er liebte seinen Beruf mit Inbrunst. Seine schmale Zulage hatte ihn nie bedrückt. Es war sein Stolz, mit ihr sich einzurichten – wie das, gottlob, der Stolz von Tausenden von Offizieren war. Unter Entbehrungen, in der Stille arbeiten, damit alles bereit sei, wenn einmal die ernste, große Stunde käme ...

Heiß war die Luft, sie bebte in Wellen über den Rosen, man sah sie zittern. Und die Rosen atmeten ihren Duft hinein, die Hitze nahm ihm die Keuschheit, mischte ihm etwas Fades und zugleich Berauschendes bei.

Man wurde schläfrig davon – und doch so seltsam erregt ...

Es war dem jungen Manne, als sei ihm die ganze Brust voll von Wünschen – und er hätte dennoch keinen beim Namen nennen können. Eine unklare Begierde kam über ihn, nach irgend einem Glück – einem großen, seligen Glück ...

Die Üppigkeit der Stunde voll Rosenduft, Sonnenglanz und feierlich-froher Stille übernahm ihn ganz. Wie Arme beim Anblick reicher Lebensführung sich in ihrer Zufriedenheit erschüttert fühlen, so wühlte das Prangen dieser Hochsommerschwüle in seiner Seele Sehnsucht auf.

Er erschrak und fuhr aus seinem Hinträumen auf – irgend ein Laut hatte das Gespinst zerrissen. Er horchte: fern der Heulton eines Dampfers, der vielleicht flußauf fuhr ... Nein, das hatte ihn nicht gestört. – Nun wußte er es: Schritte ... Auf lockerem Silberkies von Gartenwegen kann auch der kleinste Frauenfuß nicht unhörbar gehen.

Und da war auch schon die Herrin dieses durchglühten, durchdufteten und weltfernen Gartens.

Er wollte aufspringen – war sehr überrascht.

»Nein, ich setze mich zu Ihnen.«