Da lächelte er freundlich ...

Das war sein redlicher, gütiger Kamerad, an dessen Hand er wieder emporkam ... Und im Trotz gegen diesen Duft nickte er ihr zu.

Klara dachte, daß das Tafeln niemals ein Ende nähme.

Wie förmlich der Freiherr von Marning neben ihr saß. Nein, mehr noch: gezwungen, konnte sie denken. – Und sie wußte nicht, was für Gespräche sie versuchen sollte – jedes starb gleich ab. Auf das qualvollste fühlte sie sich befangen – und es war geradezu lächerlich, wie ihr eine ganz kleine Sache immer auf der Zunge lag und wie sie sich doch nicht zu entschließen vermochte, davon zu sprechen. Sie war nie dazu gekommen, ihm für die arme kleine pastellblaue Wollmütze zu danken, die er damals gefunden und ihr zugesandt hatte. In ihrer kurzen Brautzeit war sie ihm einmal begegnet, mit Likowski, der sie ansprach. Bei dieser Begegnung gratulierte er ihr mit so viel Zurückhaltung, daß es ihr weh tat.

Sie ahnte: er sei einer von denen, die dachten, sie habe sich an einen reichen Mann verkauft.

Das verschloß ihr den Mund.

Auch neulich, als er bei ihnen zu Gast gewesen, fühlte sie sich außerstande, von der kleinen blauen Mütze zu sprechen – als sei das wunder was gewesen, ein Erlebnis, daran man nicht rühren dürfe ... Und nun rang sie mit dem Wunsch, doch davon anzufangen. Es war aber unmöglich.

Einmal fragte sie: »Wo standen Sie früher?«

»In Köln, gnädige Frau. Zuletzt war ich in Berlin – zur Turnanstalt kommandiert.«

»Da ist freilich eine andere Welt gewesen. Wird es Ihnen nicht schwer auf dem Lande, in der kleinen Stadt? Das Leben ist so anders.«