»Wo ein so gewaltiges industrielles Unternehmen wie die Severin Lohmann die Gegend beherrscht, ist weder Kleinstadt noch Landstille. Man hat immer das Gefühl, als wohne man nebenan bei einem Riesen, der von Funken umsprüht dasteht und der Welt zuruft: arbeite!«
»Wie freut es mich, daß Sie es so empfinden,« sagte Klara lebhaft. »Mir ist oft, als sähe ich die ganze wunderbare Arbeit der Natur, die uns sonst geheimnisvoll verborgen bleibt, sich in einem geschlossenen, durchsichtigen Prozeß vor unseren Augen abspielen. In so einem Hüttenwerk mit all seinen Nebenprodukten lernt man in die Wirtschaft unserer Mutter Erde hineinsehen. Die Chemie hat ihr ihre Misch- und Kochkünste abgelauscht und wiederholt sie oben im Licht, auf sicherere und positivere Art.«
»Gnädige Frau haben Verständnis und Interesse für das Lebenswerk Ihres Herrn Schwiegervaters.«
Das war nun wieder eine abschließende Bemerkung. Aber Klara fragte: »Haben Sie das Hüttenwerk schon besucht?«
»Nein; ich fand noch keine Gelegenheit, darum zu bitten.«
»Wir wollen es Ihnen zeigen – Wynfried und ich – oder mein Mann allein,« setzte sie rasch hinzu. »Wenn er mich nicht dabei haben mag ...« dachte sie.
»Ich nehme es mit Dank gelegentlich an,« sagte er unbestimmt.
Sie suchte nach einem anderen Thema.
»Sind Sie aus eigenem Wunsch oder in einer Familientradition Offizier geworden?« fragte sie.
»Aus Wunsch und Tradition, gnädige Frau.«