Inhalt des ersten Bandes.

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Vorrede[I]
Abreise von Wien[7]
Prag[13]
Von Kopenhagen nach Island[64]
Meine Ankunft zu Havenfiord und Reise nach Reikjavik[84]
Kleine Ausflüge nach Vatne, der Insel Vidöe und nachLachselv zum Lachsfange. Cavalcade nach Vatne[132]
Nach Vidöe[140]
Lachsfang[142]
Die Schwefel-Quellen und Schwefel-Berge zu Krisuvik[147]
Reise nach Reikholt (Reikiadal) und der Grotte Surthellir[164]
Kurze Uebersicht dieser Reise[215]

Vorrede.

»Abermal eine Reise, und noch dazu in Gegenden, die Jedermann eher flieht als aufsucht. Es scheint diese Frau macht solche Reisen nur, um Aufsehen zu erregen.«

»Die erste Reise, für eine Frau allein, zwar auch schon ein ziemliches Wagestück, die könnte man ihr in Gottesnamen noch hingehen lassen; – – da mögen religiöse Ansichten zum Grunde gelegen haben, und mit solchen, weiß man wohl, leistet der Mensch oft Unglaubliches. – Aber nun sieht man keinen vernünftigen Grund mehr ein, ein ähnliches Unternehmen zu entschuldigen! –«

So, und vielleicht noch strenger, werden wohl die Meisten über mich urtheilen. – Und doch thut man mir sehr unrecht. – Ich bin gewiß einfach und harmlos, und hätte mir eher alles in der Welt träumen lassen, als je durch irgend etwas einige Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. – Ich will nur in Kürze meinen Charakter und meine Verhältnisse andeuten, da wird dann schon meine Handlungsweise das Sonderbare verlieren und natürlich erscheinen.

Schon als zartes Kind hatte ich die größte Sehnsucht hinaus in die Welt zukommen. Begegnete ich einem Reisewagen, blieb ich unwillkürlich stehen, und sah ihm nach bis er meinen Blicken entschwunden war; ich beneidete sogar den Postillon, denn ich dachte, er habe die ganze große Reise mitgemacht.

Als Mädchen von zehn, zwölf Jahren las ich nichts mit größerer Begierde, als Reisebeschreibungen, und beneidete zwar keinen Postillon mehr, wohl aber jeden Weltumsegler, jeden Naturforscher.

Oft stahlen sich Thränen in meine Augen, wenn ich einen Berg erstiegen hatte, andere wieder sich vor mir aufthürmten, und ich nicht hinüber gelangen, nicht sehen konnte was jenseits lag.

Ich machte manche Reise mit meinen Eltern, und als ich verheirathet war, auch mit meinem Manne, und blieb erst zurück, als meine beiden Knaben heranwuchsen, und bestimmte Schulen besuchen mußten.