Von Christiania bis Kongsberg 9deutscheM.
Von Kongsberg bis an den Wasserfall Labrafoß 1""
Von Kongsberg nach Bolkesoe 3""
Von Bolkesoe bis Tindosoe""
Von Tindosoe über den See nach Maelen""
Von Maelen bis an den Wasserfall Rykanfoß""
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22½Meilen.

Reise von Christiania nach Stockholm.

30. August.

Von den Segenswünschen meiner lieben Landsmännin und ihrem Gemahl, Herrn Procurator M.... begleitet, verließ ich um 7 Uhr Morgens Christiania, und fuhr auf demselben Dampfschiffe, das mich vor zehn Tagen hieher gebracht hatte, nach Gothenburg zurück. – Ich habe von dieser Fahrt nur noch die herrliche Ansicht eines Theiles des Christians-Sundes – auch Fiord genannt – nachzutragen, die mir bei der Herreise durch die Dunkelheit entzogen wurde. – Wir kamen da Nachmittags vorüber. – Die Lage des Städtchens Lauervig gehört zu den ausgezeichnetsten. Es breitet sich auf einer erhöhten Naturterasse aus, und ist im Hintergrunde von schönen Gebirgen umgeben. Vorne liegt die Festung Friedrichsver auf einem Fels, der von vielen Klippen und Felsen umgeben ist, auf welchen einzelne Wachhäuschen stehen. Links sieht man das weite Meer.

Bei Friedrichsver hatten wir uns über eine Stunde verhalten. Es wird nämlich, wie auf der Hinreise von Kopenhagen nach Christiania bei Sandessund, so auf der Rückreise bei Friedrichsver angehalten, um die nach Bergen abgehenden Reisenden dem bereits vor Anker liegenden Dampfschiffe zu übergeben.

Dieß Bild machte den Schlußstein des Fiordes, folglich auch des Schönen, denn nun ging es hinaus in die offene See, und schon nach einigen Stunden war alles Land unserem Blicke entschwunden. Wir sahen nun nichts als Himmel und Wasser, bis wir am folgenden Morgen an die Scherren kamen und nach Gothenburg einlenkten.

31. August.

Wir hatten die ganze Nacht hohe See gehabt, und trafen deßhalb in Gothenburg um drei Stunden später als gewöhnlich ein. Wunderbar machte sich bei diesem Stande der bewegten See die schäumende Brandung an den vielen Klippen und Inseln in der Nähe Gothenburgs.

Die wenigen Reisenden, die sich auf den Füßen erhalten konnten, die nicht der Seekrankheit erlagen, und auf dem Decke geblieben waren, sprachen viel von dem gegenwärtigen gefährlichen Sturm. – Ich hatte mich oft schon verwundert, jeden Menschen, und wenn er auch nur eine ganz kleine Fahrt von 40-60 Seemeilen über irgend einen Kanal gemacht hatte, von den schrecklichen Stürmen erzählen zuhören, die er auf seiner Reise erlebte. – Nun konnte ich mir die Sache erklären, da die Reisenden neben mir den etwas scharfen Wind, der nichts als ein – wie die Seeleute es nennen – Hochgehen des Meeres bewirkte, bereits für einen Sturm erklärten, und wahrscheinlich zu Hause viel von den überstandenen Gefahren erzählten. Die Stürme sind, Gott sei Dank, nicht gar so häufig. Ich selbst habe schon viele tausend Seemeilen, und gar manche stürmische Ueberfahrt – besonders jene von Kopenhagen nach Island – gemacht, und dennoch erlebte ich eigentlich nur einen Sturm, aber einen desto bedeutenderen und wirklich gefährlichen, im Monat April 1842, als ich über das schwarze Meer nach Constantinopel fuhr.

Wir langten im Hafen von Gothenburg, wie bereits gesagt, um drei Stunden später – statt um sechs Uhr, erst um neun Uhr des Morgens an. – Ich ließ mich gleich in die Stadt rudern, um mit dem nächsten Stockholmer Dampfschiffe die berühmte Schleußenfahrt über die Wasserfälle bei Trollhätta zu machen. – Durch die Verbindung des Flußes Götha mit einigen Binnenseen durchschneidet dieses große Werk das ganze Land und verbindet die Nordsee mit der Ostsee.