Diese kleine Reise von Lübeck bis Hamburg kömmt ziemlich hoch zu stehen; es ist aber auch unglaublich, wie viel Taxen und Zahlungen der arme Kutscher auf dieser kurzen Strecke zu entrichten hat. Erst mußte er für 1 fl. 16 kr. einen Erlaubnißschein lösen, um von dem Lübecker Gebiet in jenes von Hamburg fahren zu dürfen, dann bezahlt er in Lübeck ein doppeltes Thorsperrgeld, jedes von 24 kr., weil wir vor fünf Uhr früh kamen, und uns sowohl bei der Einfahrt, als auch bei der Ausfahrt die Thore, die erst um 5 Uhr geöffnet werden, aufsperren ließen, und außerdem mußte er fast auf jeder Meile an den Schlagbäumen 5 bis 6 kr. entrichten.
Diese fatale Plackerei des ewigen Anhaltens an den Schlagbäumen kennt man weder in Norwegen noch Schweden. Dort zahlt man für jedes Pferd des Jahres eine gewisse Taxe, und kann dann ungehindert im ganzen Lande herum fahren, nirgends sind solche – – – – errichtet.
Die Bauernhäuser sind hier sehr groß und ausgedehnt; dieß kömmt aber daher, weil Stall, Scheuer, Schoppen – Alles unter einem Dache ist. Die Wände oder eigentlich Gerippe dieser Häuser sind von Holz, und mit Ziegeln ausgefüllt.
Gleich hinter Arensburg sieht man schon die Thürme von Wandsbeck und Hamburg, welche beide Städte nur eine zu bilden scheinen, da sie blos durch artige Landhäuser getrennt sind. Wandsbeck ist jedoch im Vergleiche zu Hamburg nicht als Stadt, sondern als Dorf zu betrachten.
Gegen 2 Uhr Nachmittag traf ich glücklich bei meinen lieben Verwandten ein, die über meine Ankunft so erstaunt waren, daß sie mich beinahe für einen Geist hielten. – Bald wurde mir ihr Erstaunen begreiflich.
Als ich nämlich von Island abfuhr, ging, wie ich bereits bemerkte, zu gleicher Zeit eine Gelegenheit nach Altona, mit welcher ich ein Kistchen Mineralien u. dergl. an meinen Vetter nach Hamburg sandte. Der Schiffer nun, welcher das Kistchen übergab, machte ihm eine so arge Schilderung von dem schrecklich schlechten Fahrzeuge, in welchem ich nach Kopenhagen übergefahren wäre, daß er, nachdem ich über zwei Monate keine Nachricht von mir gegeben hatte, dachte, ich sei mit dem Schiffe zu Grunde gegangen. – Wohl hatte ich ihm bei meiner Ankunft zu Kopenhagen geschrieben, aber der Brief mußte verloren gegangen sein, und daher seine Vermuthung, und dann sein Erstaunen.
Von Hamburg nach Berlin.
Meine Zeit war karg bemessen, und ich konnte mich dießmal leider nur einige Tage bei meinen lieben Verwandten aufhalten. Schon am 26. September ging ich mit einem kleinen Dampfboote auf der Elbe nach Haarburg, das man in dreiviertel Stunden erreicht. Hier wechselte ich die Schiffsgelegenheit mit dem Eilwagen und fuhr nach Celle (14 Meilen).
Von der Gegend ist nur wenig zu sagen; sie besteht größtentheils aus Ebenen, die theilweise zu Haiden und Sümpfen werden, – doch gibt es dazwischen auch fruchtbare Stellen mit Feldern und Wiesen.