Das Wachthaus ist gleich daneben, und gleicht mit seinem Säulenporticus einem artigen Tempel.
Des Opernhaus bildet ein längliches Viereck, es steht von allen Seiten frei. Es würde sich ungemein besser ausnehmen, wenn die Eingänge nicht so jämmerlich aussähen. Jener an der Hauptfaçade gleicht einer engen, ärmlichen Kirchthüre, er ist schmal, und von dunkler Farbe. Die untern Eingänge sind noch niedriger, und man vermuthet durchaus nicht, durch sie in solch ein Pracht-Lokale zu gelangen. – Die innere Einrichtung des Theaters ist über alle Beschreibung luxuriös und bequem. Im Parterre reihen sich höchst bequeme, herrlichst gepolsterte Stühle, die mit breiten, ebenfalls gepolsterten Lehnen versehen sind, an einander; sie werden nicht gesperrt, sondern offen gelassen; jeder Stuhl ist mit einer Nummer bezeichnet. Die Logen sind durch kaum fußhohe Wände geschieden; man sieht da die elegante Welt wie auf Tribunen sitzen. Die Stühle im Parterre, so wie die Logen des ersten und des zweiten Ranges, sind mit dunkelrothem Seidendamast überdeckt. Die königliche Loge ist ein herrlicher Salon, dessen Boden die feinsten Teppiche bedecken. – Den Plafond des Theaters schmücken schöne Oelgemälde, die in zierlich goldenen Rahmen gefaßt sind. Das größte Meisterwerk aber ist der ungeheure Luster. Er sieht so massiv in Bronce gearbeitet aus, daß einem ordentlich bangt, diese schwere Masse so frei in der Luft über den Köpfen der Zuseher schweben zu sehen. Das Ganze ist aber nur Täuschung, denn er soll aus Pappe zusammengesetzt, und blos broncirt sein. Eine Unzahl Gasflammen verbreiten das heiterste Licht. – Nur Eines geht mir bei so schönen und neu erbauten Theatern ab, – daß nirgends eine Uhr angebracht ist, – eine Sache, die man fast in jedem italienischen Theater findet.
Die übrigen Gebäude und Paläste auf dem Opernplatz zeichnen sich sowohl durch ihre Größe, als auch durch ihre schöne Bauart aus.
Eine ganz außerordentlich breite, steinerne Brücke mit künstlich gearbeitetem ehernem Geländer führt über einen kleinen Arm der Spree, und verbindet den Opernplatz mit jenem, auf welchem die Residenz steht.
Das königliche Museum gehört auch unter die vorzüglichsten Bauten; – schöne Fresken zieren den hohen Porticus. – Die Bildergallerie enthält manches Meisterwerk; und sehr bedauerte ich, für diese Schätze, so wie auch für die Antiken nicht mehr Zeit gehabt zu haben, – ich durchflog Beide in drei Stunden.
An die Akademie schließt sich eine ungemein breite und lange Straße, in welcher Reihen von Linden stehen, die ihr den Namen unter den Linden gegeben haben. Diese Alleen bilden den freundlichsten Spaziergang nach dem schönen Brandenburger Thor, vor welchem der Thiergarten liegt. – Unter den Straßen, welche in den Linden auslaufen, sind die längsten und hübschesten die Friedrichs- und Wilhelmsstraße. Die Leipzigerstraße, welche zwar nicht hier ausmündet, gehört auch noch unter die vorzüglichsten.
Auf dem Gensd'arme-Platz zeichnen sich die französische und deutsche Kirche, jedoch nur durch ihre herrliche Außenseite, durch ihre schönen hohen Kuppeln, Säulen und Porticus aus; die Kirchen selbst sind klein und unbedeutend. Auf diesem Platze steht auch das königliche Schauspielhaus, ein geschmackvolles, ausgezeichnet schönes Gebäude, das mit vielem Säulenwerk, den Musen und andern Statuen geziert ist.
Den Thurm, auf welchem sich der Telegraph befindet, bestieg ich der Aussicht halber, die man da über die Stadt und deren einförmige, flache Gegend hat. – Ein recht höflicher Beamter war so gütig, mir die Zeichen des Telegraphen zu erklären und erlaubte mir auch, durch die Fernröhre auf die entfernten Telegraphen zu sehen.
In der Königsstadt, die unweit der königl. Residenz am jenseitigen Ufer der Spree liegt, ist nicht viel zu sehen. Die Hauptstraße Königsstraße, ist zwar lang, aber schmal und etwas schmutzig. Ueberhaupt herrscht hier ein mächtiger Abstand gegen die eigentliche Stadt Berlin; die Gassen sind enge, kurz und mitunter auch winklicht. Die merkwürdigsten Gebäude sind die Post und ein Theater.
Der Luxus in den Auslagen der Waaren ist hier an einigen Plätzen und Straßen bedeutend. Manche Spiegelwand und manches Spiegelfenster erinnerte mich an Hamburgs Pracht, doch steht sie dort noch auf ungleich höherer Stufe als in Berlin.