Ich lachte schon wieder. Der Doktor stand verlegen dabei. Der Professor schoß wütende und verächtliche Blicke auf mich.
„Verzeihung“, brachte ich endlich hervor, „aber es ist zu komisch —“
„Komisch!!“
„Hören Sie nur —“ und ich erzählte ihm, was uns der Neger berichtet und welchen Zusammenhang die Sache habe. Das Gesicht des Professors machte dabei den ganzen Wechsel im Ausdruck von mißtrauischem Zorn über Erstaunen, Verlegenheit, Erleichterung, gutmütigen Humor bis zur ehrlichen Selbstironie und Heiterkeit durch, und schließlich lachten wir alle Drei.
„Nun soll Ihr Landsmann sich doch einmal unsre Neger in der Nähe ansehen, damit er seine Menschenfresser-Ideen los wird“ sagte der Doktor Nachmittags, und so zogen wir zu Dreien aus, den Professor das Nichtfürchten zu lehren.
Überall in der Nähe der Negerhütten liefen uns die kleinen schwarzen Halbaffen entgegen und murmelten ihr „sos kiss“, und tapfer antwortete jetzt unser Professor „para semper“. Wir sahen in die erste Hütte hinein.
Eine Art rohester Bettstelle von Brettern, darauf eine Matte aus Maisstroh und eine rote wollne Decke, eine kleine blecherne Truhe, ein unbeschreiblich primitiver Tisch, das war, außer einigen Töpfen, Schüsseln und kleinen Geräten die ganze Ausstattung des fensterlosen Raumes. In einer Ecke brannte ein Feuer, über dem eine Frau irgend ein Gericht bewachte.
„Wie schrecklich dies Feuer in der Hütte sein muß, sagte ich; erlauben Sie es nicht, daß die armen Menschen das bei der Hitze vor dem Hause anzünden?“
„Erlauben? Ich habe es hundertmal durchsetzen wollen, aber der Schwarze ist unglücklich, gradezu krank, wenn man ihm sein Feuer nimmt. Er bedarf dessen Winter und Sommer und schläft nie ohne seine glimmenden Kohlen in der Hütte.“