„Wie fürchterlich!“ stöhnte der Professor — „und obendrein keine Fenster!“

„Das mag wohl zuerst zur Verhinderung von Fluchtversuchen so eingerichtet gewesen sein, da sich Fenster doch nie so wie Thüren verschließen lassen. Aber der Neger ist jetzt auch so daran gewöhnt, daß, wenn sie als Freigewordene sich ein Hüttchen aufrichten, sie auch keine Fenster darin anbringen.“

„Was kochen denn die Frauen nur alle“, sagte ich, „die Sklaven werden ja doch wohl alle auf der Pflanzung gespeist?“

„Die Verheirateten nur Mittags; Abendbrot kochen ihnen ihre Weiber; sie erhalten Rationen zuerteilt.“ —

Vor einem der letzten Häuser erhoben sich ein paar ganz alte gebrechliche Neger: „Sos kiss“ stotterten sie, als wir uns näherten. „Wozu gebrauchen Sie denn die noch?“ fragte der Professor ganz entsetzt.

„Zu nichts“, lächelte der Doktor, „aber ich kann sie doch nicht ersäufen. Sie sind in meinem Dienste grau geworden, jetzt bekommen sie das Gnadenbrot. Ich habe sie auch freigegeben, aber ich habe nicht das Herz, alte, abgebrauchte Neger mit ihrer Freiheit und ihrer Arbeitsunfähigkeit in das Elend oder auf den Bettel zu schicken — mögen sie hier sterben.“

„Denken viele Pflanzer so?“ fragte ich.

„Ja, Gott sei Dank, und es ist auch nicht mehr als billig. Zu solchen alten Menschen zu sagen: „Du bist frei, ich habe jetzt also nicht mehr für Dich zu sorgen, geh’ deiner Wege“, das ist eine Barbarei. Wer das Fleisch ißt, behält auch nachher die Knochen, sagt eins unsrer Sprichwörter.“

„Ich fürchte, Herr Doktor“, machte unser alter Professor mit Feinheit, „ich bin hier auf eine Pflanzung geraten, wo ich nur die guten Seiten des Sklaventums zu sehen bekomme!“