Mit welchem höchst forschen und schneidigen Ausspruch ich für heute schließe.
Deine Ulla.
Saõ Sebastiaõ, den 27. Oktober 1882.
Meine süße Grete!
Heute muß ich Dir eine vollständige kleine Geschichte erzählen, und hoffentlich wirst Du sie nicht allzu unsympatisch finden, weil sie von einem — Aussätzigen handelt. Die ganze Sache hat mich so beschäftigt und erinnerte mich zugleich unwillkürlich an die rührende Erzählung Xavier de Maistre’s: „Le lépreux d’Aoste“, daß ich nicht umhin kann, sie meiner Grete mitzuteilen.
Es ist schon eine Zeitlang her und war vor unsrer Reise nach Santos, da ging ich eines Abends mit den Kindern langsam dem berittenen Neger entgegen, der die Briefe für die Pflanzung von der Station holte. „Da kommt er“, rief ich freudig aus, als sich vor uns in der Dämmerung etwas bewegte.
„Ach, das ist ja gar kein Reiter“, lachte die kleine Albertina, „das ist Ignacio.“
„Wer ist Ignacio?“