„Nun — Ignacio, wissen Sie.“
„Ist er ein Neger der Pflanzung?“
„O ja, aber er arbeitet nicht, er ist krank.“
„Was fehlt ihm denn?“
„Weiß nicht, er hat ein Loch unterm Fuß und an der Hand auch eins, und das will gar nicht heilen.“
Du weißt ja, Greteherz, daß ich einen fast krankhaften Ekel gegen alle Hautleiden habe, und so bog ich etwas seitwärts ab, als wir dem Neger nahe kamen.
Eine große und durchaus nicht unkräftige Gestalt stand, als wir vorbeigingen, mit dem Hute in der Hand still, grinste und murmelte „Soss kiss“, um dann aber auf der Kinder freundliches „Guten Abend, Ignacio, wie geht’s, Ignacio?“ uns ein wiederholtes „danke, danke, Senhora; guten Abend, meine kleine Herrin, gelobt sei Jesus Christus“ nachzurufen.
Die entsetzlich zerlumpte und schmutzige Kleidung des Schwarzen, das verwilderte Wollhaar und der große, struppige, für einen Neger ungewöhnlich starke Bart gaben dem auf seinen Stock Gestützten und sich mühsam weiter Schleppenden ein so abstoßendes Aussehen, daß der Widerwille in mir das Mitleid bei weitem überwog, und die Kinder nicht so ganz unrecht hatten, als sie nachher lachend zu Hause verkündeten, Mademoiselle habe sich vor Ignacio „gefürchtet.“
„Was fehlt ihm?“ fragte ich wieder statt aller Verteidigung.