Saõ Sebastiaõ, den 9. Januar 1883.
Greteherz — er war hier! Mr. Hall! Herr de Souza hat neue Maschinen gekauft, und da war er so gewissenhaft, selbst ihre Aufstellung zu überwachen. Ich war so überrascht und erschrocken! Aber ich muß Dir die ganze Geschichte erzählen, es war zu drollig! Wundre Dich nur nicht, wenn eine Melone die Hauptrolle in meiner Geschichte spielt — sie verdient es!
Wie ich von Saõ Paulo zurück- und in Santa Barbara auf der Station ankam, stand Cäsario schon da mit seinem Wagen. Ich wäre eigentlich lieber geritten, aber da ich Gepäck hatte, so mußten wir fahren. Santa Barbara ist berühmt wegen der prachtvollen Wassermelonen, die dort von nordamerikanischen Ansiedlern gezogen werden, und weil der Wagen nun doch einmal da war, so kaufte ich die größte, die ich bekommen konnte. „Die wiegt gut ihre 12 bis 15 Pfund“, grinste der Jüngling, von dem ich sie erhandelte, und der mir sie an den Wagen trug.
„Nun, Cäsario“, sagte ich, vergnügt über meinen famosen Handel, „wo bringen wir denn diesen zierlichen Gegenstand noch unter? Er ist für die Kinder.“
Cäsario kraute sich das schwarze Wollhaar.
„Hm, Senhora, es ist nirgend Platz.“
„Was“, rief ich, „ein ganzer Wagen und kein Platz für eine Melone — hier ist ja ein Kasten unter dem Sitz.“
„Darin ist Senhoras Handköfferchen und Fleisch aus dem Dorf und etwas Weißbrot, es geht nichts mehr hinein.“