„Ich reite meinen Weg“, lächelte Mr. Hall.
„Ja, wollen Sie denn auch —“
„Nach Saõ Sebastiaõ, ja, genau wie Sie; ich komme von der Fazenda Santa Catharina.“
„Aber was —?“
Es machte ihm augenscheinlich Spaß, mich neugierig zu machen, was er in Saõ Sebastiaõ wolle, bis er mir zuletzt die Maschinen-Angelegenheit erzählte. So kamen wir zusammen auf Saõ Sebastiaõ an. Du kannst Dir denken, daß Souzas nicht wenig erstaunt waren zu finden, daß wir beide uns recht — oder ziemlich — ich meine, daß wir beide uns schon kannten.
Er blieb nur einen Tag, aber diesmal war es so, als sei ich dazu bestimmt gewesen, mich einfältig zu betragen. Was mag er nur jetzt von mir denken!
Als er nämlich gegen Abend fortreiten wollte, kam er, um mir Adieu zu sagen, in’s Schulzimmer, wo ich allein war und sang. Ich stand auf vom Klavier und reichte ihm die Hand. Da hielt er sie wieder fest in der seinen, wie an jenem Abend in Saõ Paulo und sah mich ebenso an wie damals. Diesmal aber sagte er auch etwas — viel war es nicht — nur „Ulla“ — aber, Grete, mir war’s, als hätte ich meinen Namen noch nie zuvor gehört. Mir wurde einen Augenblick ganz wirr und betäubt zu Mute und dann — — bin ich dumme, ungezogene Gans davongelaufen und habe mich nicht wieder blicken lassen, bis er fortgeritten war. Werde ich denn ewig kindisch bleiben!
Deine unartige Ulla.
Er hat mir auch gesagt, Emersons wollten mich nächstens zum Ball einladen; ich freue mich schon furchtbar darauf — ein Ball ist doch ein entzückendes Vergnügen, meinst Du nicht auch, Herzensgrete?