»Wer hat dir das alles erzählt?«

»Denn«, sage ich ihr, »der das Leben gibt, gibt auch wovon zu leben.«

Und ich erzählte ihr alles.

Der kranke Knabe

Mameschi, ich will dir ein Geheimnis erzählen; doch der Vater soll davon nichts erfahren!

Du fragst mich: warum? Weil der Vater mich weniger lieb hat …

Nein, Mameschi, ich sündige mit den Lippen: er hat mich nicht weniger lieb, er hat mich nur anders lieb!

Er ist ja der Vater und muß streng sein …

Vater hat einen langen Bart; Vaters Gesicht fühlt sich beim Streicheln nicht so an wie Mutters atlasglattes Gesicht … Er hat auch ganz andre Augen und einen ganz andern Blick. Wenn du mich anschaust, hast du so lachende und dabei so feuchte, so gütige und dabei so traurige Augen … Du bist Mutter und zugleich Kamerad … Vor dir kann ich keine Geheimnisse haben … Mit deinen Augen ziehst du mir jedes Geheimnis aus dem Herzen heraus …

Vater schaut ganz anders: immer ernst, beinahe kalt …