Du lächelst?
Lache nicht, Mameschi! Die Augen vergesse ich niemals …
Mameschi …
Darf ich wieder einmal in die Schreinergasse gehen, mir wieder … die alte Schul anschauen?…
Bonze Schweig
Hier auf dieser Welt machte Bonze Schweigs Tod gar keinen Eindruck! Man kann lange fragen, wer Bonze Schweig war, wie er lebte, woran er starb: ob ihm das Herz barst, ob ihm die Kräfte ausgingen, ob ihm unter einer schweren Last das Rückgrat brach … Wer weiß? Vielleicht starb er gar vor Hunger …
Wenn ein Trambahnpferd stürzt, macht das schon viel mehr Eindruck: die Zeitungen berichten darüber, Hunderte von Menschen rennen aus allen Gassen herbei, um das gefallene Pferd oder nur die Stelle, wo sich der Unfall ereignete, zu sehen … Doch auch dem Trambahnpferde wäre diese Ehre nicht zuteil, wenn es ebenso viele Millionen Trambahnpferde gäbe wie Menschen.
Bonze hat still gelebt und ist still gestorben. Wie ein Schatten glitt er durch unsre Welt.
Bei Bonzes Beschneidungsfeier trank man keinen Wein, klirrten keine Becher. Bei seiner Bar-Mizwa[(15)] hielt er keine wohlgesetzte Rede … Er lebte wie ein farbloses Sandkörnchen am Meeresufer unter Millionen seinesgleichen. Und als der Wind das Sandkörnchen aufhob und auf das andre Ufer des Meeres hinübertrug, merkte es niemand.