Vater Abraham stellte sich vor der Himmelstür auf, die rechte Hand zu einem gar freundlichen Willkommengruß ausgestreckt, ein süßes Lächeln auf seinem strahlenden Greisenantlitz.

Was rollt da durch den Himmel?

Zwei Engel rollen einen goldenen Großvaterstuhl ins Paradies. Er ist für Bonze Schweig.

Was hat eben so hell aufgeblitzt?

Eine goldene Krone, mit den teuersten Edelsteinen besetzt, wurde soeben vorbeigetragen: alles für Bonze!

»Noch vor dem Urteilsspruche des Himmlischen Gerichtshofes?« fragen die Gerechten etwas verwundert und nicht ohne Neid.

»Ach!« antworten die Engel, »die Verhandlung wird nur eine leere Formalität sein! Selbst der Ankläger wird nicht wissen, was gegen Bonze Schweig vorzubringen wäre. Der ganze Prozeß wird höchstens fünf Minuten dauern!«

»Ihr wagt es, über Bonze Schweig die Nase zu rümpfen?«


Als die jungen Engel Bonze in der Luft abfingen und ihm eine Hymne sangen; als Vater Abraham ihm wie ein alter Kamerad die Hand drückte; als man ihm sagte, daß für ihn im Paradies bereits ein Sessel stehe, daß man für ihn eine Krone vorbereitet habe, daß am Himmlischen Gerichtshofe über ihn fast kein Wort fallen würde, – da tat Bonze Schweig dasselbe, was er bei Lebzeiten tat: er schwieg vor Schreck. Das Herz stand ihm still. Er war überzeugt, daß das Ganze ein Traum sei oder eine Verwechslung.