I ka’ keine Versle mache,
I verstand et selle Sache,
Drum ruf i mit wildem Blick:
Hurra hoch die Rebolik.
Ein Pennäler, der als „Uldimus in der 2ten Glaß“ zeichnet, verewigte sich durch den kurzen Spruch:
Hecker, Struwe, Ziz und Blum,
Kommt und bringt die Breißen um!
Übrigens wird auch die eigene Partei nicht geschont. Da spricht ein Tübinger Referendar vom Balkon der Aula herab zu der Volksversammlung: Aus jedem Tropfen Blute Robert Blums muß ein Märtyrer für die Freiheit erstehen. Ich bin ein solcher Tropf. Seid ihr auch solche Tropfen? (Schwäbisch für Tröpfe gebraucht.) Chor der Bürger und Studenten: Ja!
Auch vor der Empfängerin selbst macht der tolle Humor nicht halt. In mannigfaltigen Zeichnungen wird sie dargestellt, bald in rasendem Tanz um den Freiheitsbaum, bald als Amazone in Wehr und Waffen, bald im blutroten Rock, von den Truthähnen des Dorfes verfolgt. In einem Roman „Die Königin und der Ipsergeselle“ erscheint sie als Hauptperson, und in der blutrünstigen Tragödie „Der Tyrann“ stirbt sie als freiheitliebende Prinzessin Billburalia an der Seite des geliebten Handwerksburschen auf der Barrikade.
Das Rote Album war vor allem das Entzücken meiner Brüder, die es auswendig wußten und stets im Munde führten. Edgar verfaßte noch in Mannesjahren, als wir in Florenz lebten, einmal zu Mamas Geburtstag ein Seitenstück dazu, das zwar an Geist und komischer Kraft das erste bei weitem übertraf, aber gleichwohl keinen solchen Erfolg mehr erzielen konnte, weil es nur persönliches Erzeugnis und nicht, wie jenes, der Ausdruck einer Zeitstimmung war.