»Die Zahl der Käferchen scheint abgenommen zu haben,« – grollt das Finsteraarhorn; »klarer ist es da unten geworden, die Wasser haben sich verringert, die Wälder gelichtet.«
Wieder verrannen Jahrtausende: eine Minute.
»Was siehst du jetzt?« spricht die Jungfrau.
»Um uns her, in der Nähe ist es sichtlich reiner geworden,« – erwidert das Finsteraarhorn; »da hinten nur, in der Ferne, in den Tälern sind noch Flecken, und dort bewegt sich noch etwas.«
»Aber jetzt?« fragt die Jungfrau, als weitere tausend Jahre verrauschten – eine Minute.
»Jetzt ist es gut,« – antwortet das Finsteraarhorn; – »rein ist es überall und ganz weiß, wohin man auch blickt ... Überall unser Schnee, nichts wie Schnee und Eis. Erstarrt ist alles. Gut ist es jetzt, ruhig.«
»Gut« – wiederholt die Jungfrau. – »Allein, wir haben jetzt genug geplaudert, Alter. Zeit ist’s, einzuschlafen.«
»Es ist Zeit.«
Sie schlafen, die gewaltigen Bergriesen; es schläft der grüne, leuchtende Himmel über der auf ewig verstummten Erde.