Du bist gut und bist klug ... und doch ist dir alles fremd – und du brauchst niemanden.

Du bist schön – und doch vermag niemand zu sagen, ob du Wert auf deine Schönheit legst oder nicht. – Selbst bist du teilnahmlos – und verlangst keine Teilnahme.

Dein Blick ist tief – und doch nicht gedankenvoll; leer ist es in dieser lichten Tiefe.

So wandeln in den elysischen Gefilden, bei den erhabenen Klängen Gluckscher Melodien, leidlos und freudlos harmonische Schatten.

Halt inne!

Halt inne! So wie ich dich jetzt sehe – so bleib für immer in meinem Gedächtnis!

Von deinen Lippen schwang sich der letzte, begeisterte Ton – deine Augen glänzen nicht und strahlen nicht – sie verdunkeln sich, überwältigt von Glück, vom seligen Bewußtsein jener Schönheit, die es dir gelang zu verkünden, jener Schönheit, nach der du deine triumphierenden, deine ermatteten Arme ausstreckst!

Welch ein Licht, zarter und reiner als Sonnenlicht, fließt um deine ganze Gestalt, um die kleinsten Falten deines Gewandes?

Welcher Gott hat mit liebkosendem Hauch deine entfesselten Locken zurückgeweht?

Sein Kuß flammt auf deiner weißen, marmorgleichen Stirn. Da ist es – das offenbarte Geheimnis, das Geheimnis der Poesie, des Lebens, der Liebe! Da ist sie, da ist sie, die Unsterblichkeit! Eine andere Unsterblichkeit gibt es nicht – und braucht es nicht zu geben. – In diesem Augenblick bist du unsterblich. Er wird schwinden – und dann bist du wieder ein Häufchen Asche, ein Weib, ein Kind ... Doch was liegt dir daran! – In diesem Augenblick – standest du höher, standest über allem Vergänglichen und Zeitlichen. – Dieser dein Augenblick bleibt unvergänglich. Halt inne! Und laß mich teilhaben an deiner Unsterblichkeit, laß in meine Seele einen Abglanz deiner Ewigkeit strahlen!