»Wirklich, die gute alte Frau! Und Prokofitsch, lebt er noch immer?«

»Ja, der ist noch derselbe, immer zänkisch, wie vor alters. Du wirst keine großen Veränderungen in Marino finden, ich sags dir voraus.«

»Hast du noch denselben Verwalter?«

»Das ist vielleicht die einzige Veränderung, die ich vorgenommen habe. Den habe ich fortgeschickt, nachdem ich mich entschlossen, keine freien Dworowi[7] mehr im Dienst zu behalten, oder wenigstens ihnen keine Funktion anzuvertrauen, die irgend eine Verantwortlichkeit mit sich führt.«

Arkad wies mit den Augen auf Peter.

»Il est libre, en effet[8],« sagte Kirsanoff, »allein er ist ein Kammerdiener. Als Verwalter habe ich jetzt einen Bürger, der mir ein intelligenter Mann zu sein scheint. Ich gebe ihm jährlich 250 Rubel. Übrigens,« fuhr Kirsanoff fort und faßte dabei Stirn und Augenbrauen mit der Hand, eine Bewegung, die ihm eigen war, wenn er sich in Verlegenheit fühlte, »ich habe dir soeben gesagt, du werdest eben keine Veränderung in Marino finden. Ganz richtig ist das nicht, und ich halte es für meine Pflicht, dich vorher in Kenntnis zu setzen, obgleich dennoch …«

Hier hielt er inne und fuhr bald darauf französisch fort.

»Ein strenger Moralist würde ohne Zweifel meine Aufrichtigkeit unpassend finden, allein erstens könnte das, was ich dir anvertrauen will, doch nicht geheim bleiben, und zweitens weißt du wohl, daß ich stets meine eigenen Ansichten über die Beziehungen zwischen Vater und Sohn gehabt habe. Nach all dem gebe ich übrigens zu, daß du das Recht haben würdest, mich zu tadeln … In meinem Alter … mit einem Wort … das junge Mädchen … von dem du wahrscheinlich schon hast sprechen hören …«

»Fenitschka?« fragte Arkad ungezwungen.