»Ich habe schon so viele Erinnerungen hinter mir; ein glänzendes Leben in Petersburg; dann die Armut, dann den Tod meines Vaters, meine Ehe, meine Reise durch Deutschland … und all das, was danach kam … wieviel Erinnerungen, und keine, bei der man verweilen möchte! und vor mir ein langer Weg, und kein Ziel und Zweck … auch habe ich keine Lust, weiterzugehen.«
»Das Leben hat keinen Reiz mehr für Sie?« fragte Bazaroff.
»Das nicht,« antwortete Frau Odinzoff nach kurzem Besinnen, »aber es hat mir keine Befriedigung gewährt. Es scheint mir, daß, wenn ich mich mit Macht an etwas anklammern könnte …«
»Sie möchten lieben,« antwortete Bazaroff … »und Sie könnens nicht. Das ist Ihr ganzes Unglück!«
Frau Odinzoff spielte mit dem Saum ihrer Mantille.
»Kann ich wirklich nicht lieben?« fragte sie.
»Ich bezweifle es! Nur hatte ich unrecht, das ein Unglück zu nennen. Mit dem im Gegenteil muß man Mitleid haben, dem ein solcher Unfall zustößt.«
»Welcher Unfall?«
»Zu lieben.«
»Woher wissen Sie das?«