»Vom Hörensagen,« antwortete Bazaroff bitter. »Du spielst die Kokette,« dachte er, »du hast Langeweile, und zum Zeitvertreib machst du mich rasend; aber ich …«
Sein Herz schlug in der Tat heftig.
»Zudem sind Sie vielleicht zu wählerisch,« fügte er hinzu und spielte vorgeneigt mit den Quasten des Sessels.
»Vielleicht! Alles oder nichts, das ists, was ich will. Einen vollkommenen Austausch der Gefühle; wenn ich gebe, so ists, um zu empfangen, und das ohne Reue, ohne Umkehr. Sonst lieber nichts.«
»Im ganzen«, erwiderte Bazaroff, »scheinen mir die Bedingungen verständig, und ich bin erstaunt, daß Sie bisher noch nicht gefunden haben, was Sie suchen.«
»Sie glauben also, daß sich leicht Gelegenheit findet, diesen loyalen Tausch zu machen?«
»Leicht? nein, wenn man kalt überlegt, wenn man berechnet, auswählt und sich selber hoch anschlägt; aber es ist sehr leicht, sich ohne Überlegung hinzugeben.«
»Warum sollte man sich nicht ein wenig hoch anschlagen? Wenn man nichts wert ist, wozu sich geben?«
»Das ist nicht die Sache dessen, der sich gibt, der andere muß schätzen, was man wert ist. Das Wesentliche ist, daß man sich zu geben weiß.«