»Aber man frühstückt ja noch nicht so bald. Welche Masse Blumen!«

»Ich pflückte sie eben, ehe die Hitze mich am Ausgehen hindert. Man kann ja nur um diese Zeit atmen. Ich kann nicht mehr vor Hitze; ich fürchte, ich werde krank.«

»Wo denken Sie hin! Kommen Sie, ich will Ihnen einmal den Puls fühlen.«

Bazaroff nahm ihre Hand, legte den Daumen auf die feine, unter einer zarten, feuchten Haut wohlverborgene Pulsader und gab sich nicht einmal die Mühe, die ruhigen Schläge zu zählen.

»Sie werden hundert Jahre alt,« sagte er, ihre Hand lassend.

»Ach, Gott bewahre mich davor!« rief sie.

»Warum? liegt Ihnen denn nichts daran, lange zu leben?«

»Hundert Jahre? meine Großmutter ist achtzig alt geworden, und sie war ein wahres Marterbild! ganz schwarz, taub, entstellt, immer hustend, wahrhaft sich selber zur Last. Heißt das leben?«

»Es ist also besser, jung zu sein?«

»Ich denke wohl!«