»Könnt ich Ihnen helfen? aber man wird mit Ihnen nicht so leicht fertig.«

»Glauben Sie? nun ich kenne eine Hand, die mich mit einem Finger umwerfen könnte.«

»Was für eine Hand ist das?«

»Als ob Sie's nicht wüßten! Da, riechen Sie an der Rose, die Sie mir gegeben haben; sie riecht so gut!«

Fenitschka beugte sich vor und näherte ihr Gesicht der Blume … das Taschentuch fiel ihr vom Kopf auf die Schulter und ließ ihr volles, glänzend schwarzes, etwas in Unordnung geratenes Haar sehen.

»Halt, ich will mit Ihnen dran riechen,« sagte Bazaroff, bückte sich und preßte einen kräftigen Kuß auf die halbgeöffneten Lippen des jungen Mädchens.

Sie zitterte und stemmte beide Hände gegen Bazaroffs Brust, aber nur schwach, und er konnte ihr einen zweiten Kuß geben. Ein trockener Husten ließ sich hinter dem Gebüsch vernehmen. Fenitschka warf sich rasch an das andere Ende der Bank. Paul trat vor, grüßte leicht, sagte langsam, aber mit dem Ausdrucke bitterer Traurigkeit: »Sie sind hier?« und ging weiter.

Fenitschka raffte schnell ihre Rosen zusammen und verließ die Laube.

»Das ist sehr schlimm für Sie, Eugen Wassilitsch,« murmelte sie halblaut und eilte fort.

Bazaroff rief sich eine ähnliche noch neue Szene ins Gedächtnis zurück; diese Erinnerung erweckte in seinem Herzen ein gewisses Gefühl von Scham und fast von Selbstverachtung. Aber alsbald schüttelte er den Kopf, beglückwünschte sich ironisch, »auf den Wegen Seladons zu wandeln«, und ging auf sein Zimmer.