»Aber ich bin nicht reich.«

Arkad blieb ganz erstaunt und verstand sie zuerst nicht.

»In der Tat, das ganze Vermögen gehört ihrer Schwester,« dachte er endlich, und dieser Gedanke war ihm durchaus nicht unangenehm. – »Wie gut Sie das gesagt haben,« setzte er laut hinzu.

»Wie meinen Sie das?«

»Sie haben es gut gesagt: ohne gemachte Einfachheit, ohne falsche Scham und ohne Ziererei. Ich denke mir nämlich, daß jeder, der weiß und sagt, daß er arm ist, etwas wie Stolz empfinden muß.«

»Ich habe nichts dergleichen empfunden, dank meiner Schwester; ich weiß nicht, wie es kam, daß ich mit Ihnen von meiner Lage gesprochen habe.«

»Sei's; aber gestehen Sie, daß das fragliche Gefühl, ich wollte sagen, der Stolz, Ihnen nicht ganz und gar fremd ist.«

»Wie das?«

»Zum Beispiel, und ich hoffe, daß meine Frage Sie nicht beleidigt, könnten Sie sich entschließen, einen reichen Mann zu heiraten?«

»Wenn ich ihn sehr liebte … aber nein, ich glaube, daß ich ihn selbst in dem Falle nicht heiraten würde.«