»Eugen, du weißt, daß ich immer offen mit dir war; nun, ich schwöre dir, ich nehme Gott zum Zeugen, daß du im Irrtum bist.«
»Hm! Gott zum Zeugen … Das ist ein neuer Ausdruck,« sagte Bazaroff halblaut; »warum nimmst du die Sache so pathetisch? Mir ists vollkommen gleichgültig; ein Romantiker würde sagen: ich fühle, daß unsere Wege sich zu scheiden anfangen; ich beschränke mich zu sagen, daß wir uns einander zum Überdruß satt haben.«
»Eugen …«
»Das Unglück ist nicht groß, mein Teurer, man bekommt noch ganz andere Dinge satt im Leben. Jetzt, glaub ich, könnten wir auseinandergehen. Seitdem ich hier bin, ist mirs ganz herzbrecherisch zumut, wie wenn ich mich an den Briefen Gogols an die Frau des Gouverneurs von Kaluga vollgestopft hätte. Ich habe die Pferde nicht ausspannen lassen.«
»Wo denkst du hin! Das ist unmöglich!«
»Und warum?«
»Von mir gar nicht zu reden, bin ich überzeugt, daß Frau Odinzoff es im höchsten Grad unschicklich finden würde, denn ganz sicher wünscht sie, dich zu sehen.«
»Was das betrifft, so bist du, denk ich, im Irrtum.«
»Ich bin im Gegenteil sicher, daß ich recht habe,« antwortete Arkad. »Wozu die Verstellung? Bist du, weil wir einmal auf dies Kapitel gekommen sind, nicht um ihretwegen hierhergekommen?«