»Sie werden mich vergessen,« fuhr er fort; »die Toten sind nichts mehr für die Lebenden. Mein Vater wird Ihnen sagen, daß Rußland einen Mann verliert, der sehr kostbar für dasselbe war! … Das sind Prahlereien, doch lassen Sie dem Greise diese Illusionen … Sie wissen … für ein Kind ist jeder Zeitvertreib recht[45] … Trösten Sie ihn und auch meine Mutter. In Ihrer großen Welt werden Sie dergleichen Leute nicht finden, und wenn Sie mit der Laterne in der Hand suchten … Ich für Rußland notwendig! … Nein, es scheint nicht! Wer ist ihm denn notwendig? Ein Schuster ist ein notwendiger Mensch, ein Schneider ist notwendig, ein Metzger … er verkauft Fleisch … ein Metzger … Halt! ich verwirre mich … Hier ist ein Brett …« Bazaroff legte die Hand auf die Stirn.

Frau Odinzoff neigte sich zu ihm herab.

»Eugen Wassiliewitsch, ich bin noch immer da …«

Er zog die Hand zurück und richtete sich mit einmal auf.

»Leben Sie wohl!« sagte er mit plötzlichem Nachdruck, und seine Augen glänzten zum letztenmal. »Leben Sie wohl! … hören Sie … ich habe Sie an jenem Tage nicht geküßt … blasen Sie die sterbende Lampe aus, und sie erlösche …«

Frau Odinzoff drückte ihre Lippen auf die Stirn des Sterbenden.

»Genug!« hauchte er, und sein Haupt sank zurück … »jetzt die Finsternis …« Frau Odinzoff verließ das Zimmer lautlos.

»Nun? …« fragte sie Wassili Iwanowitsch mit gedämpfter Stimme.

»Er ist eingeschlafen,« antwortete sie noch leiser.