»Guten Abend, Fenitschka, ich beiße nicht.«

»Guten Abend,« murmelte sie, ohne ihren Zufluchtsort zu verlassen.

Allmählich aber gewöhnte sie sich an ihn. Da starb plötzlich ihre Mutter an der Cholera. Was sollte nun aus ihr werden? Sie hatte schon den Ordnungssinn und den Verstand, der ihre Mutter auszeichnete; aber sie war so allein, und Kirsanoff schien so gütig, so rücksichtsvoll … Wir brauchen das Weitere nicht zu erzählen.

»Also ist mein Bruder nur so mir nichts dir nichts zu dir gekommen? Er hat angeklopft und ist hereingetreten?«

»Ja.«

»Nun, das gefällt mir. Laß mich Mitia ein wenig schaukeln.«

Und Kirsanoff schwang seinen Sohn bis an die Decke empor, zur großen Freude des Kleinen und zur großen Unruhe seiner Mutter, die, sooft sie ihn so hoch oben sah, ihre Arme nach seinen nackten Füßchen ausstreckte.

Paul hatte sich wieder in sein elegantes Kabinett zurückgezogen, einem schön tapezierten Raum mit einer Waffentrophäe über einem persischen Teppich, dunkelgrün gepolsterten Nußbaummöbeln, einem in Eichenholz geschnitzten Bücherschrank im Renaissancestil, Bronzestatuetten auf einem prächtigen Schreibtisch und einem Marmorkamin. Dort warf er sich auf seinen Diwan, legte die Hände unter den Kopf und blieb so unbeweglich, fast mit einer Miene der Verzweiflung zur Decke aufblickend. Plötzlich, sei's um den Ausdruck seines Gesichts in der Dunkelheit zu bergen, sei's aus welch anderem Grunde, erhob er sich wieder, ließ die schweren Vorhänge an den Fenstern herab und warf sich aufs neue auf den Diwan.