„Das Vergnügen wurde hier nach der Stunde gemessen“.

Schliesslich lassen sich Casanova und sein Freund dazu bewegen, die Nacht in dem Bordell zu verleben.

Das Hôtel du Roule ist auch in zwei galanten Gedichten des 18. Jahrhunderts verherrlicht worden. Das eine hat den Titel „Le Temple de l’Amour“ (Paris 1751; Neudruck: Brüssel 1869, 8 Seiten); es schildert die mannigfaltigen dort begangenen Ausschweifungen. Der Anfang lautet:

Au milieu de Paris, dans un obscur séjour,

Est un temple charmant consacré par l’Amour;

C’est là que maint f......, dans l’ardeur qui le presse

Va porter son encens an dieu de la tendresse.

Das zweite Gedicht heisst „Les Reclusières de Vénus“ (Allégorie, A la nouvelle Cythéropolis 1750; Neudruck: Brüssel 1869, 16 Seiten). Ich citire eine interessante Stelle daraus, wo erzählt wird, dass die Paris ihren Mädchen andere wohlklingendere, suggestivere Namen zu geben pflegte, ganz wie dies auch in unseren heutigen Bordellen noch geschieht:

Des noms mignards, respirant la luxure,

Feront an cœur la première blessure;