Margot sera la charmant Aglaé,
Fanchon Victoire, et Pernette Daphné,
Dodon Fatime, et Charlotte Emilie,
Cateau Lolotte, et Jeanette Julie.
c. Das Bordell der Richard.[216]
Dieses Freudenhaus wurde hauptsächlich von Geistlichen besucht. Madame Richard hatte ihre Thätigkeit damit begonnen, systematisch junge Beichtväter zu verführen. Diese Spezialität der Erotomanie gab ihr den Gedanken ein, ein Bordell für Geistliche zu eröffnen. Dasselbe florierte glänzend. Madame Richard wurde die Lieferantin von jungen Mädchen für ein „Missionshaus, für Prälaten und andere Geistliche.“ Eine erotische Szene aus diesem Freudenhause haben wir bereits erzählt.
d. Ein Negerbordell.
Ein Lüstling in Venedig bringt stets in das Bordell der Juliette zwei Negerinnen mit, weil der Kontrast zwischen weissen und schwarzen Menschen ihm besondere Befriedigung verschafft (Juliette VI, 152). Neger und Negerinnen spielen auch bei dem anthropophagischen Diner in Venedig eine Rolle (Juliette VI, 204). In dem Schlosse des Cardoville bei Grenoble, wohin Justine als ein Opfer der Lüste dieses Wüstlings geführt wird, sind zwei Neger als Helfershelfer bei diesen Orgien thätig. (Justine IV, 331.) — Im dritten Bande von „Aline et Valcourt“ findet sich auf Seite 200 ein obscönes Bild, drei nackte Weiber darstellend und einen Mann, der die Genitalien des einen Weibes berührt, während von vier dabei stehenden Negern zwei mit wildem Ausdruck Keulen schwingen.
Die Neger sind auch keine Erfindung Sade’s! Es existierte schon vor 1790 in Paris ein Negerbordell! Dies befand sich im Hause einer Mlle. Isabeau, früher rue neuve de Montmorency, später rue Xaintonge, welches letztere Haus einem gewissen Marchand gehörte. In diesem Bordell waren Negerinnen, Mestizen und Mulattinnen vorrätig. Es gab keine festen Preise, sondern die Insassinnen wurden „verkauft wie man die Sklavinnen einer Karawane verkauft.“[217]
Fraxi meint[218], dass der Geschmack für schwarze Frauen vielleicht den Franzosen eigentümlich sei. Jedenfalls findet man noch heute in mehreren Bordellen von Paris und in den Provinzen ständig Exemplare dieser schwarzen Schönheiten. Auch Hagen macht in seiner „Sexuellen Osphresiologie“ (S. 179–181) ausführliche Mitteilungen über diese Vorliebe der Franzosen für Negerinnen, die er vielleicht mit Recht auf Geruchsreize zurückführt.