Frau von T... fügt ihrer Petition ein ärztliches Zeugnis bei, welches bestätigt, dass der Zustand des Herrn de Sade sein Verbleiben in Charenton notwendig macht.
Sie dankt von neuem Seiner Excellenz für den gütigen Empfang von heute Morgen.“
Vielleicht ist Sade selbst, wie Marciat vermutet[563], der Anstifter dieser Petition gewesen, und vielleicht erklärt sich ein Teil der Anklagen von Royer-Collard aus einer Meinungsverschiedenheit, wenn nicht Rivalität zwischen dem Arzte und dem Direktor der Anstalt. Dieser, der Abbé Coulmier, war nach der „Biographie universelle“ ein Mann von sehr leichtfertigen Sitten. Royer-Collard’s wiederholte Klagen über das Theaterspielen in Charenton hatten endlich das Verbot desselben zur Folge. Aber an seine Stelle traten Konzerte und Bälle! Royer-Collard erlangte endlich am 6. Mai 1813 auch das Verbot dieser einer Irrenanstalt wenig angemessenen Unterhaltungen.[564]
Die „Revue anecdotique“ hat zwei auf die Thätigkeit des Marquis de Sade als Theaterregisseur sich beziehende Dokumente veröffentlicht.[565]
Seine Graphomanie trieb Sade bei jeder Gelegenheit zu dichterischen Ergüssen. Besonders liebte er das „couplet laudatif“. So verfasste er zahlreiche anonyme Couplets zu Ehren des Cardinals Maury, Erzbischofs von Paris, die am 6. Oktober 1812 in der „maison de santé“ bei Charenton gesungen wurden, von deren Geringwertigkeit eins Zeugnis ablegen möge:
Semblable au fils de l’Eternel
Par une bonté peu commune,
Sous l’apparence d’un mortel
Venant consoler l’infortune,
Votre âme, pleine de grandeur,