»Ich komme, Darja Michailowna,« begann Rudin, »Ihnen für Ihre Gastfreundschaft Dank zu sagen. Ich habe soeben wichtige Nachrichten von meinem Gütchen bekommen und muß heute noch dahin abreisen.«

Darja Michailowna blickte Rudin scharf an.

Er ist mir zuvorgekommen, gewiß hat er Verdacht, dachte sie. Er überhebt mich der lästigen Erklärungen, um so besser. Es leben die klugen Köpfe!

»Wirklich?« sagte sie laut. »Ach, wie das unangenehm ist! Was ist da zu machen! Ich hoffe, Sie diesen Winter in Moskau zu sehen. Wir reisen auch bald von hier fort.«

»Ich weiß nicht, Darja Michailowna, ob es mir möglich sein wird, nach Moskau zu kommen; sobald ich aber das Nötige dazu werde gefunden haben, werde ich es für meine Pflicht erachten, Ihnen meine Aufwartung zu machen.«

Oho, mein Bester! dachte Pandalewski jetzt bei sich: vor kurzem noch hast du hier als Sultan geschaltet und gewaltet und drückst dich jetzt in diesem Tone aus?

»Sie haben also unbefriedigende Nachrichten von Ihrem Gute erhalten?« fragte er mit gewohnter Ziererei.

»Ja,« erwiderte Rudin trocken.

»Mißernte vielleicht?«

»Nein … etwas anderes … Glauben Sie mir, Darja Michailowna,« fuhr Rudin fort, »ich werde die Zeit nie vergessen, die ich in Ihrem Hause verbracht habe.«