»Ich meinerseits, Dmitri Nikolaitsch, werde mich immer mit Vergnügen unserer Bekanntschaft erinnern … Wann reisen Sie?«

»Heute nach Tische.«

»So bald! … Nun, ich wünsche Ihnen eine glückliche Reise! Übrigens, wenn Ihre Geschäfte Sie nicht gar zu lange zurückhalten, könnten Sie uns vielleicht hier noch treffen.«

»Das wird schwerlich angehen,« erwiderte Rudin, sich erhebend. »Entschuldigen Sie mich,« setzte er hinzu, »ich kann nicht sogleich meine Schuld abtragen, sobald ich aber auf meinem Gute …«

»Lassen Sie doch das, Dmitri Nikolaitsch!« unterbrach ihn Darja Michailowna, »wie können Sie davon reden! … Doch wieviel ist’s an der Zeit?« fragte sie.

Pandalewski langte aus seiner Westentasche eine kleine, goldene, emaillierte Uhr hervor und die rosige Wange bedachtsam an den weißen, steifen Hemdkragen schmiegend, beäugelte er das Zifferblatt.

»Zwei Uhr dreiunddreißig Minuten,« sagte er.

»Es ist Zeit, daß ich Toilette mache,« warf Darja Michailowna hin. »Auf Wiedersehen, Dmitri Nikolaitsch!«

Rudin erhob sich. Die ganze Unterhaltung mit Darja Michailowna trug ein eigenes Gepräge. So repetieren Schauspieler ihre Rollen, so tauschen miteinander auf Konferenzen Diplomaten ihre zum voraus verabredeten Phrasen …

Rudin ging hinaus. Er hatte jetzt an sich die Erfahrung gemacht, wie Leute von Welt einen Menschen, den sie nicht mehr brauchen, beiseite werfen, oder nicht einmal das, sondern ihn ganz einfach fallen lassen: wie einen Handschuh nach dem Balle, ein Bonbonpapier, oder ein Billett der Tombola, das nichts gewonnen hat.