»Geh doch, Herr, wahrhaftig …«
Constantin Diomiditsch drohte ihr mit dem Finger und hieß sie ihm Kornblumen holen.
»Wozu brauchst du Kornblumen? Willst du etwa Kränze flechten?« erwiderte das Mädchen, »nun, so geh doch, aber wirklich …«
»Höre, mein schönes Liebchen,« begann wieder Constantin Diomiditsch …
»Nun geh aber endlich,« unterbrach ihn das Mädchen, »sieh, da kommen die jungen Herren.«
Constantin Diomiditsch blickte sich um. Wirklich, auf dem Wege daher kamen Wanja und Petja, die Söhne der Darja Michailowna; hinter ihnen her schritt ihr Lehrer, Bassistow, ein junger Mann von zweiundzwanzig Jahren, der eben erst seine Studien beendet hatte. Bassistow war ein langer Bursche, mit gewöhnlichem Gesicht, großer Nase, starken Lippen und kleinen Augen, unbeholfen, nicht hübsch, aber gut, ehrlich und gerade. Er trug sich nachlässig, ließ sich das Haar wachsen, – nicht um damit zu stolzieren, sondern aus Faulheit; – liebte zu essen und zu schlafen, aber auch ein gutes Buch und anregende Unterhaltung; Pandalewski haßte er von ganzer Seele.
Die Kinder der Darja Michailowna hatten Bassistow über alles lieb und nicht die geringste Furcht vor ihm; mit den übrigen Hausgenossen stand er auf vertrautem Fuße, was der Dame des Hauses gerade nicht gefiel, obwohl sie oft behauptete, von Vorurteilen frei zu sein.
»Guten Tag, meine Lieben,« sagte Constantin Diomiditsch, »wie früh ihr heute spazieren geht! Ich bin auch schon zeitig vom Hause fortgegangen,« setzte er, zu Bassistow gewendet, hinzu; »meine Leidenschaft ist’s, in der Natur zu schwelgen.«
»Wir haben es gesehen, wie Sie in der Natur schwelgen,« brummte Bassistow.
»Sie sind ein Materialist: Sie sehen gleich in allem etwas … Ich kenne Sie!«